Beiträge zu Nationalsozialismus

Militärpsychiater Douglas Kelley (Rami Malek) und Hermann Göring (Russell Crowe)
2026/19 dschungel James Vanderbilt frönt in seinem Film »Nürnberg« der Faszination des Bösen

Der Psychiater beim Nazi

Die Vorbereitung des Nürnberger Prozesses gegen Hermann Göring als Psychodrama zweier exzentrischer Persönlichkeiten: James Vanderbilts »Nürnberg« mit Russell Crowe in der Rolle des nach Hitler ranghöchsten Nazis kann dem Gewicht der historischen Ereignisse nicht standhalten.
Schwarz-weiß-Bild vom Theaterplatz in Weimar, 1990
2026/18 dschungel Als jüdisch-amerikanische Schülerin in Weimar

Jungle+ Artikel Die Wahrheit ist ansteckend: Weimar, damals und heute

Als amerikanisch-jüdische Teenagerin lernt Joanne Strasser im Weimar der Nachwendezeit Deutsch und erlebt die Nähe zwischen kultureller Größe und der Geschichte der Verbrechen von Buchenwald. Das jüngste Verbot einer Protestveranstaltung der Gruppe »Kufiyas in Buchenwald« in der Gedenkstätte nimmt sie mit Erleichterung auf, aber etwas anderes ist ihr noch wichtiger. Ein persönlicher Essay
Standbild aus dem Film »My Weakness«, der im Frühjahr 1933 in Hollywood mit extravaganten Kostümen von Joe Strassner gedreht wurde (Sammlung Kessemeier)
2026/06 dschungel Wie Berliner Modeateliers der »Arisierung« zum Opfer fielen

Jungle+ Artikel Modestadt Berlin: Der Bruch

»Berlin ist Mode«, so hieß es 1927. Joe Strassner war ein Star der Modewelt, Lilian Harvey seine Lieblingskundin. Ku’damm und Tiergartenviertel lockten Modebegeisterte. In ihrem Buch »Modestadt Berlin« erzählt Gesa Kessemeier von den Anfängen der Konfektion im 19. Jahrhundert über die goldene Dekade der »Berliner Haute Couture« in den 1920er Jahren bis zur brutalen Zerstörung dieser glanzvollen Welt nach 1933, Ein Auszug aus dem im Verlag Hentrich und Hentrich erschienenen Buch.
Dorothy Thompson
2026/01 dschungel Wie die US-amerikanische Reporterin Dorothy Thompson 1931 in Deutschland das Ende der Demokratie erlebte

Jungle+ Artikel Armut de luxe

Die US-amerikanische Journalistin Dorothy Thompson berichtet 1931/1932 aus Deutschland. Sie schildert das Land in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, aber sie erkennt auch, dass weitere Faktoren hinzukommen, die den Verfall der Republik beschleunigen. Die Reportagen beleuchten eine doppelte Krise – eine wirtschaftliche und eine psychologische, die eine verhängnisvolle Eigendynamik entwickelt. Auszug aus dem im Verlag Das vergessene Buch erschienenen Band »Das Ende der Demokratie. Reportagen aus Deutschland 1931–1932.«
In der Ausstellung gezeigte, in Plastik verpackte Uniformen
2025/50 dschungel Die Künstlerin Dominique Hurth forscht über Zwangsarbeit in der Modeindustrie des Nationalsozialismus

Jungle+ Artikel Die Verstrickungen der Bekleidungsindustrie

Seit einigen Jahren betreibt die Künstlerin Dominique Hurth Recherche zum Zusammenhang zwischen Modeindustrie, Zwangsarbeit und der Rolle von Frauen im Nationalsozialismus. Deren Ergebnisse sind derzeit in Stuttgart in der Ausstellung »Privathandtaschen dürfen zum Außendienst nicht mitgetragen werden« zu sehen.
Linke mit Sturmgewehren
2025/49 Geschichte Was in den USA unter Antifa firmiert, hat wenig mit dem historischen Ursprung zu tun

Jungle+ Artikel Interessierte Missverständnisse

Was in den USA unter dem Label »Antifa« verhandelt wird, hat wenig mit dem zu tun, was man in Deutschland darunter versteht. Gruppen aber, die hierzulande Faschismusdefinitionen des Marxismus-Leninismus anhängen, leisten der Delegitimierung des Antifaschismus Vorschub.
Antennenwald
2025/44 dschungel Die Geschichte von Radio Zeesen, das in der Nazizeit antisemitische Propaganda in den Nahen Osten sendete

Jungle+ Artikel Auf einer Wellenlänge

Aus dem Südosten Berlin wurde im Nationalsozialismus ein Radioprogramm für den Nahen und ­Mittleren Osten gesendet, in dem auch regelmäßig der berüchtigte Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseinī, seine antisemitische Propaganda verbreitete. Olaf Kistenmacher rekonstruiert für »Auf einer Wellenlänge«, das von Michaela Melián illustriert wurde, nicht nur die Rolle al-Husseinīs im Rundfunk, sondern auch in anderen Bereichen des NS-Staats.
Gesichtslose Figuren hinter einer Inschrift vor bläulichem Himmel
2025/44 dschungel Terez Rudnoys Roman »Der Tag, an dem sie freikamen« erscheint erstmals auf Deutsch

Jungle+ Artikel Helle Ellipsen dort am Himmel

Die ungarisch-jüdische Schriftstellerin Teréz Rudnóy (1910–1947) war eine der 800 Zwangsarbeiterinnen im KZ-Außenlager Lippstadt I, deren Todesmarsch gen Osten abrupt endete, was ihnen die Freiheit brachte. Davon handelt auch ihr jetzt erstmals auf Deutsch erschienener Roman »Der Tag, an dem sie freikamen«.
Gad Beck (r.) auf dem Christopher Street Day
2025/42 Inland Ein Hausprojekt sagte einen Film über eine jüdische Widerstandsgruppe ab, denn diese sei zionistisch

Jüdischer Widerstand unerwünscht

Ein linkes Hausprojekt in Berlin sagte die Vorführung eines Films über jüdischen Widerstand in der Nazi-Zeit im letzten Moment ab. Der Grund war die »zionistische Ausrichtung« der Widerstandsgruppe um Gad Beck.
Der Überlebende Arek Hersh zeigt seine Auschwitz-Nummer
2025/41 dschungel Wie die Globalisierung des ­Gedenkens die Erinnerung verblassen lässt

Jungle+ Artikel Das Verschwinden des Holocaust

Warum wurde der Holocaust erst vergleichsweise spät, seit den Siebzigern, als »Hauptereignis des Nationalsozialismus« (Claude Lanzmann) begriffen? Weshalb schwindet dieses Wissen seit einigen Jahren wieder? Was sind die Bedingungen von Erkenntnis über den Holocaust und der Erinnerung daran? Der folgende Aufsatz ist dem Buch »Das Verschwinden des Holocaust« über den Wandel der Erinnerung entnommen.