Eine Kulturreise sollte es werden. Was Samuel Beckett dann 1936/1937 in Nazi-Deutschland beobachtete, protokollierte er mit wachsender Abscheu. Die »German Diaries« sind erstmals vollständig erschienen.
Das Programm der AfD widerspricht Interessen und Lebenspraxis derer, die ihr die Stimme geben. Der Erfolg der Partei rührt daher, dass sie als Vehikel von unbearbeiteten Kollektivphantasmen dient.
Mit Adorno, Hannah Arendt und Wolfgang Pohrt den Autoritarismus der Deutschen verstehen: Warum AfD-Wähler keine politischen Lösungen, sondern die Zerstörung des Systems anstreben – selbst um den Preis des eigenen Ruins.
Der Kulturjournalist Jan Jekal hat ein Buch über die Kommunistenjagd in Hollywood geschrieben – doch dreht sich »Paranoia in Hollywood« am Ende mehr um deutsche Exilanten als um das House Committee on Un-American Activities oder Joseph McCarthy.
Die »Leipziger Meuten« waren Gruppen von Jugendlichen aus der Arbeiterklasse, die sich gegen den Nationalsozialismus stellten und Ende der Dreißiger zerschlagen wurden. Der Historiker Sascha Lange legt nun mit »Die Geschichte der Leipziger Meuten« bereits sein drittes Buch vor, das sich mit dieser oppositionellen Jugendbewegung beschäftigt.
Viele, die vor dem Nationalsozialismus flohen, kamen in den Dreißigern in Prag unter. Das Sachbuch »Vertraute Fremde« erzählt, wie großzügig die Exilanten aufgenommen wurden – und wie die Stimmung kippte.
Vor 85 Jahren begann der Massenmord an den Juden von Wilna. Das Tagebuch des polnischen Journalisten Kazimierz Sakowicz erzählt die Geschichte ihrer Vernichtung. An die Öffentlichkeit gelangten die Notizen durch den Einsatz der jüdischen Widerstandskämpferin Rachel Margolis.
Luftkrieg, Amerikanismus, Antichrist: Die digitalisierten Kriegstagebücher Carl Schmitts zeigen den Juristen im Endzeitwahn. Die Vorstellung des göttlichen Gerichts gründet auf Antisemitismus und Antimodernismus.
Das deutsche Gedenken hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Auf dem weiten Weg von der Verdrängung der eigenen Schuld zum öffentlichen Bekenntnis sind allerdings erhebliche Wissenslücken geblieben. Jüdische Erinnerungskultur hat im deutschen Gedenken bisher gar keinen Platz.
Eine Ausstellung in Berlin geht der Frage nach, wie viel die Deutschen während des Nationalsozialismus über die Verfolgung und Ermordung der Juden wussten. Die nicht überraschende Antwort: viel mehr, als sie nach 1945 immer wieder beteuerten.