Beiträge zu Imprint

Porträt Else Feldmann
2026/05 dschungel Warum die Arbeiterschriftstellerin zu Unrecht vergessen ist

Jungle+ Artikel Die Auslöschung und Wiederfindung der Else Feldmann

In ihren Artikeln und Romanen schilderte die jüdische Autorin Else Feldmann, die später von den Nazis ermordet wurde, das Leben in Armut, das sie selbst kannte. Die literarische Anerkennung blieb ihr verwehrt. Aber ganz vergessen ist ihr beachtliches Werk nicht.
Beheizte Terrasse vor dem Café Landtmann in Wien, 1929
2026/05 dschungel Auszug aus dem Roman »Der Leib der Mutter«

Jungle+ Artikel Der Leib der Mutter

Der Journalist Absalon Laich kehrt nach einigen Jahren in New York nach Wien zurück und verfasst dort Reportagen. Er lebt zur Untermiete in einem schäbigen Viertel und wird Zeuge von häuslicher Gewalt, Kindsmord, Abtreibung und fortschreitender Verwahrlosung – auch der eigenen, als er seine Arbeit in der Zeitung verliert.
Beim Terrorangriff der Hamas auf das Musikfestival in Israel am 7. Oktober 2023 verlorene Schuhe
2026/04 dschungel Wie die Kritische Theorie den Antisemitismus ausblendet

Jungle+ Artikel Der neue Unwille zu trauern

Was Adorno als Schuldabwehrantisemitismus in postnazistischen Gesellschaften umschrieb, scheint sich angesichts der einseitigen »Kontextualisierungen« des 7. Oktober, der Täter-Opfer-Umkehr und der blanken Verleugnung der Aggression gegen Israel zu wiederholen. Über Kritische Theorie und Antisemitismus nach dem 7. Oktober.
Tobias Litterst
2026/03 dschungel Über die Welt der Nichtsehenden

Jungle+ Artikel Blind sein

Inmitten der Vormacht des Visuellen scheint ein Leben und Erleben, dem gerade der wichtigste aller Sinne abgeht, nahezu unvorstellbar: ungeheuerlich fremd. Vor dem Hinter­grund seines konkreten Erlebens und in Auseinander­setzung mit Schopenhauer, Nietzsche, Camus und Adorno erkundet der selbst von Geburt an blinde Autor die Wahr­nehmungswelt nicht sehender Menschen.
Dorothy Thompson
2026/01 dschungel Wie die US-amerikanische Reporterin Dorothy Thompson 1931 in Deutschland das Ende der Demokratie erlebte

Jungle+ Artikel Armut de luxe

Die US-amerikanische Journalistin Dorothy Thompson berichtet 1931/1932 aus Deutschland. Sie schildert das Land in Zeiten der Massenarbeitslosigkeit, aber sie erkennt auch, dass weitere Faktoren hinzukommen, die den Verfall der Republik beschleunigen. Die Reportagen beleuchten eine doppelte Krise – eine wirtschaftliche und eine psychologische, die eine verhängnisvolle Eigendynamik entwickelt. Auszug aus dem im Verlag Das vergessene Buch erschienenen Band »Das Ende der Demokratie. Reportagen aus Deutschland 1931–1932.«
Hildegard Knef liegt auf der Bühne auf dem Boden
2025/51 dschungel Drei Songtexte von Hildegard Knef

Jungle+ Artikel Ich möchte am Montag mal Sonntag haben

Die Schauspielerin, Autorin und Chanteuse Hildegard Knef wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden. Die Texte, die sie sang, schrieb sie zum großen Teil selbst. Der Ventil-Verlag hat nun über 100 dieser Texte für den Band »Ich möchte am Montag mal Sonntag haben« zusammengetragen – zu einigen von ihnen haben Musikerinnen und Musiker ihre Gedanken beigesteuert.
Nackte Person, die ihre Hände vor ihren Genitalbereich hält
2025/50 dschungel Wie die Rede von der sexualisierten Gewalt Vergewaltigung relativiert

Jungle+ Artikel Die asexuelle Revolution

Wenn Vergewaltigung als »sexualisierte Gewalt« begriffen wird, wie die Kulturwissenschaftlerin Mithu Sanyal dies propagiert, hat das weitreichende Folgen. Dann erscheint sie nur als ein Gewaltverbrechen oder ein Machtvergehen, das mit anderen Formen der Körperverletzung gleichzusetzen wäre. Die Entsexualisierung sexueller Gewalt zeigt sich auch an der Beurteilung des 7. Oktober. Ein Auszug aus dem Buch »Subjekt Frau«.
S-w-Foto von Ephraim Kishon, der Richtung Kamera zeigt
2025/49 dschungel Ephraim Kishon wiedergelesen

Jungle+ Artikel »Wie Israel sich die Sympathien der Welt verscherzte«

Der israelische Schriftsteller Ephraim Kishon war ein ebenso entschiedener wie hellsichtiger Kritiker der Nahost-Politik der Vereinten Nationen. In seiner berühmten Uno-Satire von 1956, »Wie Israel sich die Sympathien der Welt verscherzte«, greift er die Erfahrung auf, dass die militärische Selbstverteidigung des Judenstaats nur zum Preis seiner weltweiten Ächtung zu haben war.
2025/48 dschungel Eine Analyse von Elon Musks Pronatalismus

(Not) A Family Man

Die eigene Privatsphäre wird kleiner, je mehr Macht man ausübt, nicht zuletzt weil die Inszenierung und Glamourifizierung des Privaten Teil der Macht wird. Das gilt in besonderem Maße für eine Figur wie Elon Musk. In diesem Sinne zeichnet Georg Seeßlen in seinem Buch »Elon Musk. Der dunkle Visionär« die ereignisreiche Biographie des Raumfahrt- und Medienunternehmers nach und analysiert sein Denken. Ein Auszug aus dem bei Bertz und Fischer erschienen Buch.
Neubau im Rollbergviertel, für den Altbauten weichen mussten
2025/46 dschungel In ihrem neuen Buch erzählt Güner Yasemin Balci über ihr Leben als Kind türkischstämmiger Eltern in Berlin-Neukölln

Jungle+ Artikel Heimatland

Heimatland, das ist für Güner Yasemin Balci »Hermannplatz«, »Hasenheide«, »Ofenwärme«. Die Journalistin und Integrations­beauftrage des Berliner Bezirks Neukölln wuchs dort als Kind ­sogenannter Gastarbeiter aus der Türkei auf. In ihrem neuen Buch »Heimatland« erzählt sie über ihre Kindheit und Jugend in der ­Rollbergsiedlung, einem Neubauviertel – und geht dabei auf den immer stärker werdenden reaktionären Islam im Kiez sowie auf die Träume und Hoffnungen ihrer Eltern ein.
Frau-mit-Whiskey.jpg
2025/45 dschungel Antonia Löffler Auszug aus dem Roman »Hydra«

Jungle+ Artikel Der Himmel über JFK

Freitagabend in einer Bar am John F. Kennedy International Airport (JFK). Anne, die Hauptfigur des Romans, ihr Freund Jacob und Leo, ein Barbesucher, haben dasselbe Ziel: Wien. Weil sie ihren Flug verpasst haben, besteht das Alternativprogramm in der letzten offenen Bar am Flughafen aus einer Football-Übertragung und Whiskey. Das Gespräch plätschert dahin und führt zurück auf die griechische Insel Hydra, auf der sich vor 30 Jahren die Eltern der Protagonisten begegnet sind. Ein Auszug aus dem Roman »Hydra«.
Antennenwald
2025/44 dschungel Die Geschichte von Radio Zeesen, das in der Nazizeit antisemitische Propaganda in den Nahen Osten sendete

Jungle+ Artikel Auf einer Wellenlänge

Aus dem Südosten Berlin wurde im Nationalsozialismus ein Radioprogramm für den Nahen und ­Mittleren Osten gesendet, in dem auch regelmäßig der berüchtigte Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al-Husseinī, seine antisemitische Propaganda verbreitete. Olaf Kistenmacher rekonstruiert für »Auf einer Wellenlänge«, das von Michaela Melián illustriert wurde, nicht nur die Rolle al-Husseinīs im Rundfunk, sondern auch in anderen Bereichen des NS-Staats.
Terrorist mit Sturmgewehr
2025/43 dschungel Wie man die Macht der Gewaltbilder der Hamas brechen kann

Jungle+ Artikel Gewalt als Bild

Ihren Überfall auf Israel am 7. Oktober 2023 filmte die Hamas selbst – mit an ihren Helmen und Uniformen angebrachten Kameras. Das Massaker wurde zudem von Überwachungskameras aufgezeichnet. Wie umgehen mit solchen Bildern? Der Film- und Medienwissenschaftler Tobias Ebbrecht-Hartmann stellt sich in seinem als Buch erschienenen Essay »Gewalt als Bild« diese Frage. Er plädiert dafür, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, und analysiert, wie mit Künstlicher Intelligenz oder Animation in Israel Bildwelten erschaffen werden, die dabei helfen, die Permanenz der Darstellung von Gewalt zu durchbrechen.
Schuhe in Laufschuhen auf einem modernen Laufband
2025/42 dschungel Das Laufband als Bestrafungsinstrument

Jungle+ Artikel Fließband, Rolltreppe, Tretmühle – Endlose Ketten

»Travail à la chaîne«, der französische Begriff für Fließbandarbeit, lässt sich wörtlich mit »Arbeit an der Kette« übersetzen. ­Prägnanter kann man die Realität des Kapitalismus kaum benennen. Ausgehend vom Laufband im Fitnessstudio verfolgt Yves Pagès in seinem Buch »Endlose Ketten« die Evolution einer allgegenwärtigen Technologie, deren Vorgeschichte in englische Gefängnisse und in Kolonialregime zurückführt. Oscar Wildes »Ballade vom Zuchthaus zu Reading« zeugt von der schikanösen Disziplinar­maßnahme, die der irische Schriftsteller am eigenen Leib erleiden musste.