Interview

Das kolumbianische Amazonasgebiet
2025/50 Jani Silva, kolumbianische Umweltschützerin, im Gespräch über Milizen und Konzerne

»Von der Regierung erhalten wir keine Unterstützung«

Die Umweltschützerin Jani Silva erhält seit Jahren Morddrohungen von bewaffneten Milizen. Aus Sicherheitsgründen ist es der Präsidentin der Bauernorganisation Adispa nicht mehr möglich, in die von ihrer Organisation verwaltete Schutzzone im kolumbianischen Amazonasgebiet zu reisen. Die »Jungle World« sprach mit Silva über die Gefahren ihres Engagements.
Mikola Dziadok
2025/49 Mikola Dziadok, bela­russischer Anarchist, im Gespräch über seine Haftzeit, Foltermethoden und politische Fehleinschätzungen

»Die Häftlinge sollen gebrochen werden«

Im September wurde der belarussische Anarchist und Journalist Mikola Dziadok durch Vermittlung der US-Regierung nach fünf Jahren aus dem Gefängnis in Belarus entlassen, zusammen mit anderen politischen Gefangenen, darunter Oppositionelle, Journalisten und regierungskritische Demonstranten. Die »Jungle World« sprach mit Dziadok über seine Zeit in Haft, Foltermethoden und fatale politische Fehleinschätzungen.
2 verschiedene Ausgaben der "Protokolle"
2025/49 Felix Moeller, Regisseur, im Gespräch über seinen Dokumentarfilm »Weltkarriere einer Lüge«

»Die Mutter aller Fake News einmal ins Zentrum stellen«

Ungeachtet des Wissens, dass es sich bei den »Protokollen der Weisen von Zion« um eine Fälschung handelt, ist das antisemitische Pamphlet zu weltweitem und anhaltendem Einfluss gelangt und bietet in gesellschaftlichen Krisen immer wieder aufs Neue Material, um den Verschwörungswahn zu schüren. Die »Jungle World« sprach mit dem Regisseur Felix Moeller über seinen Dokumentarfilm »Weltkarriere einer Lüge«.
Ben Salomo
2025/48 Ben Salomo, Autor und ehemalige Rapper, im Gespräch über Antisemitismus an deutschen Schulen

»Eltern schicken ihre Kinder nach Israel«

Seit sechs Jahren besucht der Rapper Ben Salomo deutsche Schulen und klärt dort über Antisemitismus auf. Über seine dabei gemachten Erfahrungen hat er vor kurzem zusammen mit dem Journalisten Christoph Lemmer das Buch »Sechs Millionen, wer bietet mehr? Judenhass an deutschen Schulen« veröffentlicht. Im Interview mit der »Jungle World« spricht er über die Bedeutung der Kufiya, seine Reise nach Israel zu den Tatorten der Massaker vom 7. Oktober 2023 und Antisemitismus an deutschen Schulen.
Aleksandra Miroschnikowa
2025/46 Aleksandra ­Miroschnikowa, North Caucasus Crisis Group, im Gespräch über die Gefahren für tschetschenische Frauen

»Es ist eine desolate Entwicklung«

Im Oktober wurde die 23jährige Ajschat Bajmuradowa, die mit Hilfe von Menschenrechtlern aus Tschetschenien nach Armenien geflohen war, tot in Eriwan aufgefunden. Fälle, in denen tschetschenische Frauen, die vor häuslicher Gewalt oder arrangierten Ehen geflohen sind, gewaltsam nach Hause zurückgebracht oder sogar im Exil umgebracht werden, sind keine Seltenheit. Die »Jungle World« sprach mit Aleksandra Miroschnikowa, Pressesprecherin der North Caucasus SOS Crisis Group, über die großen Gefahren, denen tschetschenische Frauen ausgesetzt sind.
2025/45 Klimakonferenz in Belém

»Wir wollen als Think Tank von unten mitwirken«

Viele Klimaschützer:innen stehen der Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen, bekannt als COP, skeptisch gegenüber; selten gehen aus der jährlichen Veranstaltung Vereinbarungen hervor, die dem Stand der Klima­krise gerecht werden. Anlässlich des Auftakts der in der nordbrasilianischen Stadt Belém am Amazonas-Delta stattfindenden COP30 sprach die »Jungle World« mit der Meeresbiologin und Ökologin Bruna Maria Martins über das Gipfeltreffen und ihre Kritik daran.
Colette Delawalla redet auf einer Kundgebung
2025/44 Colette Delawalla, Stand Up for Science, im Gespräch über die Angriffe des US-Präsidenten auf die Wissenschaft

»Es war ein Angriff auf die gesamte Wissenschaft«

Der Universitäts- und Wissenschaftsbetrieb war einer der ersten Bereiche, die US-Präsident Donald Trump nach seiner Amtsübernahme unter Druck zu setzen begann. Die NGO Stand Up for Science hat das Ziel, Wissenschaftler:innen fachübergreifend gegen die Angriffe auf die Unabhängigkeit der Wissenschaft anzugehen. Die »Jungle World« sprach mit der Gründerin Colette Delawalla über den Aufbau der NGO, ihre Ziele und die derzeitige Situation der Forschenden in den USA.
Chega-Boss André Ventura auf einem Wahlplakat
2025/43 Miguel Carvalho, Investigativjournalist, im Gespräch über die rechtsextreme Partei Chega in Portugal

»Man muss die Ursachen bekämpfen«

Für sein neues Buch über die rechtsextreme Partei Chega in Portugal hat der Investigativjournalist Miguel Carvalho fünf Jahre lang recherchiert und Hunderte Interviews mit Mitgliedern, Sympathisant:innen, aber auch Personen aus dem inneren Kreis um den Parteivorsitzenden und -gründer André Ventura geführt. Die »Jungle World« sprach mit ihm über das Innenleben der Partei und die Gründe für ihren Erfolg.
Eva Braun bei der Gymnastik
2025/42 Stewart Home, Buchautor, im Gespräch über die nationalistischen und faschistischen ­Anfänge von Yoga

Jungle+ Artikel »In Indien kopierte man nur ein westliches Trainingssystem«

Om, Namasté und Shanti: Yoga ist die alltägliche Dosis wohltuender Spiritualität, die den Außer-sich-Geratenen mit der ganzen Weisheit einer 5.000 Jahre alten Tradition einen Moment des Zu-sich-Kommens im tagtäglichen Hamsterrad ermöglicht – so zumindest die Selbstdarstellung. Im Gespräch mit der »Jungle World« räumt Stewart Home mit den Mythen rund um das moderne Yoga auf und zeigt, dass dessen Ursprünge vielmehr im indischen Nationalismus liegen und seine Verbreitung im Westen vornehmlich durch Faschisten im frühen 20. Jahrhundert erfolgte.
Demonstrantin mit Schild "Invest in brains not just games"
2025/42 ­Intissar Fakir, Forscherin, im Gespräch über die Jugendproteste in Marokko

»Die Phase der Geduld scheint vorbei zu sein«

Seit Ende September rebellieren Jugendliche in Marokko, nachdem acht junge schwangere Frauen in einem Krankenhaus in Agadir gestorben waren, die ihre Kinder per Kaiserschnitt zur Welt bringen wollten. In der vorigen Woche eskalierten die Proteste, es gab Hunderte Verletzte und Festnahmen. Die »Jungle World« sprach mit der Forscherin Intissar Fakir über die Hintergründe der Bewegung »GenZ 212« – 212 ist die internationale Ländervorwahl Marokkos.
Peter Lerner hält eine Rede
2025/40 Peter Lerner, israelischer Gewerkschafter, im Gespräch über die Zukunft des Gaza-Streifens

»Wir brauchen eine politische Lösung für Gaza«

Peter Lerner arbeitet für den israelischen Gewerkschaftsdachverband Histadrut und fungierte lange als Pressesprecher der IDF. Im Interview mit der »Jungle World« kritisiert er den Fünfpunkteplan für den Gaza-Streifen und äußert sich über die Befreiung der Hamas-Geiseln sowie die Proteste gegen Israels Regierung.
Combo aus Protestkundgebung der »Palestine Solidarity Campaign« und Porträt Maryam ­Namazie
2025/39 Maryam ­Namazie, Menschenrechtlerin, im Gespräch über Sharia-Schiedsgerichte

»Das Urteil wird von Männern gefällt«

In Großbritannien sind religiöse Schiedsgerichte, vor allem die sogenannten Sharia Councils, seit Jahrzehnten verbreitet. Kritiker sprechen von einer religiösen Paralleljustiz, die insbesondere Frauen und Kinder systematisch diskriminiere, und fordern deren Abschaffung. Die »Jungle World« sprach mit Maryam Namazie, die sich seit vielen Jahren gegen religiösen Fundamentalismus engagiert.
Menschen mit vielen Transpis und Plakaten demonstrieren vor dem Brnadenburger Tor
2025/37 Kalle Kunkel, Gewerkschafter und Buchautor, im Gespräch über die Ökonomisierung des Gesundheitswesens

»Ökonomisierung ist ein politischer Prozess«

Die Krankenhausversorgung steht vor etlichen Herausforderungen. Die Anfang des Jahres in Kraft getretene Reform bricht kaum mit den neoliberalen Grundsätzen, die die Misere mitverursachen. Die »Jungle World« sprach mit dem Soziologen Kalle Kunkel über die Probleme im Gesundheitswesen, aber auch über einige arbeitspolitische Fortschritte, die in den vergangenen Jahren erzielt wurden.