Beiträge zu Erinnerungspolitik

Gedenkbücher von Überlebenden
2026/25 Disko Die Shoah-Erinnerung muss der vernichteten jüdischen Welt in Osteuropa gelten

Erinnerung ohne Substanz

Das deutsche Gedenken hat sich im Laufe der Jahrzehnte stark gewandelt. Auf dem weiten Weg von der Verdrängung der eigenen Schuld zum öffentlichen Bekenntnis sind allerdings erhebliche Wissenslücken geblieben. Jüdische Erinnerungskultur hat im deutschen Gedenken bisher gar keinen Platz.
Blick aus der Gedenkstätte Yad Vashem
2026/24 Inland In München soll ein Ableger der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem entstehen

Bitte redlich argumentieren

Das Bildungszentrum, das die israelische Gedenkstätte Yad Vashem in München einrichten will, ist zum Gegenstand der politischen Auseinandersetzung geworden. Kritiker befürchten, dass Israels Regierung die Erinnerungsarbeit beeinflussen werde.
Sasteria
2026/16 Reportage Bürgerkrieg in Guatemala

Den Mantel des Schweigens lüften

In Quetzaltenango entsteht auf dem Gelände einer ehemaligen Militärkaserne ein Museum, das an die Verbrechen im guatemaltekischen Bürgerkrieg erinnert, der vor 30 Jahren endete. Eine Gruppe junger Ehrenamtlicher rekonstruiert, was dort geschah: Folter durch Regierungstruppen, Morde und Verschwindenlassen in Tausenden Fällen.
german guilt
2026/13 Disko Kritik der Erinnerungskultur

Integrierte Schuldanerkennung

Die Auseinandersetzung mit der eigenen Täterschaft konnte im deutschen Gedenken an den Nationalsozialismus längst als vermeintlich progressive Schuldanerkennung identitär integriert werden. Das derzeitige Problem mit der Erinnerung an die Shoah liegt nicht in ihrer Verdrängung, sondern darin, wie diese von der AfD, deutschen Institutionen und internationalen Antizionisten jeweils gewendet wird.
schmiererei Gedenkort
2026/12 Inland Kufiyas in Buchenwald

Geschichte selbst gemacht

Die neue Handreichung zu den Angriffen auf NS-Gedenkstätten der Recherche- und Informationsstelle Antisemitismus kommt genau zur rechten Zeit: Die Initiative »Kufiyas in Buchenwald« agitiert derzeit eifrig dafür, den Tag der Befreiung von Buchenwald zu missbrauchen. Das hat einen Streit in der Berliner VVN-BdA ausgelöst.
Demonstration gegen die Gegner der sogenannten Wehrmachtsausstellung in München, 1997
2026/07 Disko Die Erinnerung an Nazi-Verbrechen muss verteidigt werden

Gegen die Schlussstriche

Vor dem Hintergrund des Erstarkens der AfD und des linken Antisemitismus wird allerorten das Scheitern der sogenannten Erinnerungskultur konstatiert. In ihr zeigen sich aber reale Fortschritte und hart erkämpfte Erfolge bei der Erinnerung an die Nazi-Verbrechen, die verteidigt werden müssen.
Marc Grünbaum
2025/47 Inland Marc Grünbaum, Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main, im Gespräch über Jason Stanleys Vorwürfe

»Stanley relativierte in seiner Rede die Shoah«

Der Philosoph Jason Stanley behauptet, man habe ihm nicht erlaubt, seine Rede in der Jüdischen Gemeinde Frankfurt zu Ende zu halten. Viele Medien stürzten sich auf die Geschichte: Da zeige sich mal wieder, dass es in Deutschland nicht möglich sei, Israel zu kritisieren. Für die Perspektive der Gemeinde interessierte sich kaum jemand. Die »Jungle World« sprach mit Marc Grünbaum, dem Co-Vorstandsvorsitzenden der Gemeinde, der den Vorgang ganz anders beschreibt.
S-W-Foto von einem alten Franco, salutierend
2025/47 Thema Antonina Rodrigo García, spanische Exilforscherin, im Gespräch über das Ende des spanischen Diktators

»Franco starb einen verdientermaßen leidvollen Tod«

Im französischen Exil warteten Mitte der Siebziger mehr als 220.000 republikanische Widerstandskämpfer:innen, Funktionär:innen, Politiker:innen und Intellektuelle sehnlichst auf die Nachricht vom Ableben Francisco Francos. Antonina Rodrigo García war eine von ihnen. Mit ihr sprach die »Jungle World« anlässlich des 50. Jahrestags vom Tod des spanischen Diktators.