Der Tod eines schwarzen Hochschulprofessors der Universität Cambridge, der wahrscheinlich weite Teile seines Lebenslaufs erfunden hatte, wird als Ergebnis einer rassistischen Hetzjagd skandalisiert. Das Lügenkonstrukt, zu dem sich der gefeierte Soziologe verstiegen hatte, zeugt aber auch davon, wie die hochkommerzialisierten britischen Hochschulen ihr Personal auswählen.
Dass Student:innen selbst Gastprofessuren vergeben, ist ungewöhnlich. An der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) ist das seit 2009 möglich. Die Jungle World sprach darüber mit Leon, Emil und Eli vom Arbeitskreis für Kritische Gesellschaftstheorie, die an der Vergabe beteiligt sind.
Eine neue Studie untersucht die Angriffe auf jüdische und israelische Wissenschaftler an Hochschulen im deutschsprachigen Raum seit dem 7. Oktober 2023. Die »Jungle World« befragte dazu die an der Studie beteiligte Julia Bernstein, Professorin für Diskriminierung und Inklusion in der Einwanderungsgesellschaft an der Frankfurt University of Applied Science. Sie forscht zum Thema Antisemitismus.
Die Technische Universität München unterstützt den Aufbau einer Universität in Georgien. Nun kam heraus, dass ein dort angesiedeltes Forschungszentrum nazi-inspirierte Pseudowissenschaften propagiert.
Seit der umstrittenen Parlamentswahl im Herbst 2024 protestieren in Georgien Tausende Menschen gegen die Regierung. Besonders Studierende und Wissenschaftler warnen vor neuen Gesetzen und einer Bildungsreform, die die Autonomie der Universitäten einschränken und das Land weiter von der Europäischen Union entfernen könnten.
Die staatlichen Zuwendungen werden gekürzt, die Kosten steigen: Viele Hochschulen müssen noch mehr sparen als bisher. Das liegt auch daran, dass seit Jahren die projektgebundenen Fördermittel einen immer größeren Anteil der Hochschulhaushalte ausmachen und die staatliche Grundfinanzierung demgegenüber sinkt.
Luise Brunner von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Hessen sprach mit der »Jungle World« über die von der Landesregierung erzwungenen Einsparungen an den hessischen Hochschulen und die Proteste dagegen.
Die Krise des deutschen Wirtschaftsmodells lässt Forderungen laut werden, das Bildungssystem mehr als bisher schon an Kapitalinteressen auszurichten. Besonders weit geht dabei der Journalist Gabor Steingart, der sogar Zwangsunterricht in »Unternehmertum« für alle deutschen Bürger fordert.
In zahlreichen Bundesländern werden die Budgets der Hochschulen gekürzt, teilweise in drastischem Ausmaß. Die Folge sind unbesetzte Stellen, verschlechterte Studienbedingungen und der Abbau von Studienplätzen.
Vor einem Jahr wurde ein Vorstandsmitglied der Deutsch-Israelischen Gesellschaft an der Universität Hamburg angegriffen, vergangene Woche wurde die Angreiferin nun verurteilt. Eine neue Studie zeigt: Antisemitische Vorfälle gibt es an vielen Universitäten, am antiisraelischen Protest beteiligt sich jedoch nur eine kleine Minderheit.
Forscher und Forscherinnen aus aller Welt trafen sich in London, um über die derzeitigen Erscheinungen und Gefahren des Antisemitismus zu diskutieren. Ein sehr präsentes Thema waren die rechtspopulistischen Vereinnahmungsversuche des Kampfs gegen Antisemitismus.
Besonders schlimm grassiert der Antizionismus im Kulturbetrieb – seinen Anfang nimmt dieser nicht selten an Kunsthochschulen. Doch dort gründen sich in jüngster Zeit immer mehr Initiativen, die dem antisemitischen Konsens trotzen, beispielsweise an der Kunstakademie Düsseldorf.
Seit dem 7. Oktober 2023 befinden sich jüdische Student:innen in einer andauernden Ausnahmesituation. Viele meiden den Campus aus Angst, einige pausieren ihr Studium. Ein neuer Bericht des American Jewish Committee und der Jüdischen Studierendenunion fasst die Lage zusammen. Die »Jungle World« hat mit Betroffenen gesprochen.