Sie fahren alle keinen Porsche
»Unsere Familie ist seit 100 Jahren in der Kastanienallee«, sagt Uwe Hauptmann. Als Quereinsteiger ins Hotelgewerbe hat der Maschinenbaumeister gemeinsam mit seinem Vater Otto 1992 den »Kastanienhof« eröffnet. Aus der Pension mit sechs Zimmern in zwei Wohnhäusern, die der Urgroßvater in den dreißiger Jahren erworben hatte, ist über die Jahre ein Hotel mit zugehörigem Restaurant geworden. Es liegt zentral in Berlin, hat 44 Zimmer und lädt mit zahlreichen ausgestellten Artefakten, Fotografien und Themenzimmern dazu ein, sich mit der Geschichte des Kiezes zwischen Rosenthaler Platz und dem Prater-Biergarten zu beschäftigen.
Nach seinem Vater hat sich auch Uwe Hauptmann mittlerweile aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen, das nun sein Sohn Maximilian verantwortet. »Wir geben das Stück für Stück weiter, so wie wir es aufgebaut haben«, sagt er. »Maximilian hat als Erster in der Familie Hotelfachmann gelernt. Die Immobilie gehört uns, und sie soll bewahrt werden. Wir fahren hier alle keinen Porsche. Dafür leben wir mit unseren 20 Mitarbeitenden und umgekehrt.«
Gegen die Konkurrenz großer Konzerne schneiden kleine Unternehmen häufig nicht gut ab. Doch mit Imageverbesserungen allein wird es nicht getan sein.
Er freut sich darüber, dass sie gerade der dritten Mitarbeiterin eine Prämie zum 30. Jubiläum zahlen konnten. Vor wenigen Jahren noch habe die Covid-19-Pandemie der Belegschaft deutliche Härten wie die »Brutalität des Kurzarbeitergelds« zugemutet. Einen Kredit, den die Familie Hauptmann aufnehmen musste, um durchzuhalten, wird sie noch einige Jahre lang abzahlen müssen.
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