Gebündelte Kräfte
Jerusalem. Naftali Bennett und Yair Lapid haben ihre Parteien zu einer gemeinsamen Wahlliste zusammengeschlossen. Beyachad (Gemeinsam) heißt das Bündnis aus Bennett 2026 sowie Yesh Atid, mit dem die beiden ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten bei der für Oktober angesetzten Parlamentswahl die Regierung ablösen wollen. Das neue Bündnis werde »einen großen Sieg erringen und eine neue Ära für unser geliebtes Land einläuten«, sagte Bennett, der auf Platz eins der neuen Wahlliste stehen wird, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 26. April. »Wir stehen hier, um einen Wechsel einzuläuten. Die israelische Politik braucht einen Richtungswandel«, bestätigte Lapid die Botschaft seines Vorredners in nüchternerem Wahlkampfjargon.
Diese unterschiedlichen Tonlagen spiegeln die politische Spannbreite des Bündnisses: Bennett steht für vom nationalkonservativen Likud unter Ministerpräsident Benjamin Netanyahu enttäuschte Rechte, Lapid für die liberale Mitte. Beide präsentierten den Zusammenschluss ihrer Parteien als notwendigen Schritt, um die zersplitterte Opposition zu bündeln und die immer schärfere Polarisierung in Israel zu überwinden. Man sei stolz darauf, trotz inhaltlicher Differenzen zum Wohl des Landes zusammenzuarbeiten, betonte Bennett: »Die Zeit der Spaltung ist vorbei, die Zeit der Erneuerung hat begonnen. Wenn wir zusammenarbeiten, gewinnen wir.«
Lapid ergänzte: »Das Land braucht Einigkeit – wie die Luft zum Atmen.« Bennett und Lapid hatten sich bereits zweimal verbündet, um eine neue israelische Regierung zu bilden, wobei sie ideologische Differenzen beiseite ließen, um ihre Macht zu festigen. Ihre Koalition mit Bennett als Ministerpräsident und Lapid als Stellvertreter war jedoch nach eineinhalb Jahren Amtszeit Ende 2022 zerbrochen.
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