Jungle+ Artikel 07.05.2026
Der iranische Film »Roya« von Mahnaz Mohammadi schildert die Isolationshaft einer dissidenten Frau

Ganz Teheran wird ihr Gefängnis

Der Film »Roya« zeigt die brutale Unterdrückung von Frauen und Oppositionellen im Iran aus der Perspektive einer Gefangenen und macht die psychische und physische Gewalt des Regimes deutlich, ohne sie voyeuristisch auszuspielen.

Eine Tür öffnet sich, Befehle werden gebellt. Das Licht im engen kahlen Raum flackert. Die Wände sind aus Beton, die Wärterinnen verschwinden hinter ihrem Tschador. Der Film der exiliranischen Regisseurin Mahnaz Mohammadi zeigt die Erfahrungen der Lehrerin und Frauenrechtlerin Roya (Melisa Sözen) im berüchtigten Evin-Gefängnis in Teheran.

Die Darstellung erfolgt zunächst konsequent aus der eingeschränkten Perspektive der Gefangenen: Hijab, Augenbinde, gesenkter Kopf, fragmentarische Wahrnehmung. Was Roya ausschnitthaft sehen kann, wenn sie so zum Verhör, zu Untersuchungen oder in Räume, die sich als Folterkammern erweisen, geführt wird, ist beängstigend. Blut bildet Lachen auf dem Betonboden, klebt verkrustet an den Bedienknöpfen eines Aufzugs oder färbt eine liegen gebliebene einzelne Sandale rot. Die Geräuschkulisse aus Schlägen, Flehen und Schreien verstärkt den Eindruck, sich in einer Hölle auf Erden zu befinden.

Der Auftakt des Films »Roya« ist intensiv und naturalistisch, die bedrückende Enge der Haftanstalt wird fast körperlich spürbar.

Der Auftakt des Films »Roya« ist intensiv und naturalistisch, die bedrückende Enge der Haftanstalt wird fast körperlich spürbar. Die gewählte Perspektive konfrontiert das Pu­blikum wie bei einer Geisterbahnfahrt mit Schrecken, von denen nie klar ist, aus welcher Richtung sie als Nächstes kommen werden.

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