Die Auslöschung und Wiederfindung der Else Feldmann
Zum Auszug aus Else Feldmanns Roman »Der Leib der Mutter«
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Die wenigen biographischen Angaben über Else Feldmann, die – einer vor dem Untergang ausgesetzten Flaschenpost gleich – nach dem Holocaust erhalten geblieben sind, hat vor allem Herbert Exenberger vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes in geduldiger Spurensuche gesammelt: Meldeauskünfte, deren dürre Daten ein menschliches Schicksal brutal aufspießen, einige wenige Briefe und viele Zeitungsbeiträge der Journalistin Else Feldmann, aus denen sich Bezüge zu ihrer eigenen Lebensgeschichte herauslesen lassen.
Sie wurde am 25. Februar 1884 in Wien geboren. Der Vater: Ignaz Feldmann, geboren 1848 (nach anderen Angaben: 1842) in Nyírbátor, einer Kleinstadt in der ungarischen Puszta, bei Debrecen; sein Beruf wird als »gewerblicher Kaufmann« angegeben, aber auch als Handelsagent und Kassier – die längste Zeit dürfte er jedoch arbeitslos gewesen sein; in seiner Todfallsaufnahme vom 4. April 1935 heißt es lapidar: »Der Verstorbene war Befürsorgter der Gem. Wien. Das Büchel ist bereits zurück gestellt worden. Außer alter u. wertloser Kleidung u. einer alten zerbrochenen Uhr kein Nachlaß. Die Begräbniskosten sind von der israelit. Kultusgemeinde bezahlt worden.«
In ihren Sozialreportagen, später in ihren Feuilletons und Erzählungen, berichtet Else Feldmann anschaulich vom »Wiener Kinderelend«.
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