20.11.2025
Der exilrussische Oppositionelle Igor Rogow hat für den FSB spioniert

Spion in der Opposition

Er soll regelmäßig Berichte über die russische Opposition verfasst haben: der exilrussische Oppositionelle Igor Rogow.

Der exilrussische Oppositionelle Igor Rogow, der sich seit Sommer 2024 in polnischer Haft befindet, gestand, für den russischen Inlandsgeheimdienst FSB gearbeitet zu haben. Am 3. November meldete die Internetplattform Wirtualna Polska, dass Rogow regelmäßig Berichte über die russische Opposition verfasst habe.

2017 arbeitete Rogow für den lokalen Ableger von Aleksej Nawalnyjs Stab für Korruptionsbekämpfung in Saransk, der Hauptstadt der Republik Mordwinien. Nach der Zerschlagung von Nawalnyjs Strukturen wechselte er zu Offenes Russland, der Organisation des ehemaligen Oligarchen Michail Chodorkowskij; Rogow leitete dort ein Regionalbüro. 2020 nahm er an den Protesten in Belarus teil und wurde bei seiner Festnahme von Polizisten zusammengeschlagen. In Frühling 2022 kam er nach Polen und beantragte politisches Asyl. 

Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW hatte ein Paket abgefangen, dass an Rogow adressiert war. Darin enthalten waren Bestandteile für eine Bombe; ein Zünder, ein Netzteil und Flüssigsprengstoff.

Rogows Festnahme im Juli vergangenen Jahres erfolgte zunächst aus einem anderen Grund. Der polnische Inlandsgeheimdienst ABW hatte ein Paket abgefangen, dass an Rogow adressiert war. Darin enthalten waren Bestandteile für eine Bombe; ein Zünder, ein Netzteil und Flüssigsprengstoff.

Rogow gab an, von dem Inhalt nichts gewusst und das Paket lediglich im Auftrag des russischen Aktivisten Emil Garajew in Empfang genommen zu haben. Auf Rogows Handy fanden die Ermittler allerdings Fotos der örtlichen Gasleitung des polnischen Energieunternehmens Tauron. Absenderin des Pakets war das ukrainische Model Kristina S., die von einem polnischen Gericht bereits zu einer geringen Geldstrafe verurteilt worden war. Sie wiederum soll im Auftrag von Jurij Kowalenko, einem Autohändler aus Odessa, gehandelt haben.

Rogow droht lebenslänglich

Auf Rogows mutmaßliche Spionagetätigkeit wurde der ABW erst durch dessen Ehefrau Irina Rogowa aufmerksam. Diese erzählte, nachdem sie von einer Affäre ihres Mannes erfahren hatte, anderen Exilrussen von seiner Zusammenarbeit mit dem FSB.

Sie selbst wurde Ende November 2024 verhaftet. Ihr wird vorgeworfen, verschlüsselte Berichte ihres Mannes nach Russland geschmuggelt zu haben. Die erste Anhörung im Prozess gegen das Ehepaar findet am 8. Dezember statt. Rogow droht eine Strafe von acht Jahren bis lebenslänglich.