Jungle+ Artikel 28.08.2025
Die AfD erstarkt in einstigen SPD-Hochburgen in Nordrhein-Westfalen

Das Ruhrgebiet wird brauner

Mitte September sind Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen. Die AfD könnte in einstigen SPD-Hochburgen deutlich hinzugewinnen.

Am 14. September finden in Nordrhein-Westfalen Kommunalwahlen statt. Doch diesmal werden nicht nur neue Kommunalparlamente, Bürgermeister und Landräte gewählt. Es geht um viel mehr: um das Vordringen der AfD im Westen.

Gut 18 Millionen Menschen leben in Nordrhein-Westfalen – mehr als in ganz Ostdeutschland zusammen. Aktuellen Umfragen zufolge kann die AfD bei den Kommunalwahlen mit 15 Prozent der Stimmen rechnen, fast zehn Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren.

Wenn soziale Probleme auf Migranten zurückgeführt werden, spielt das der AfD in die Hände.

Im Vergleich zu Ostdeutschland ist das ein geradezu beruhigender Wert, doch in einigen Gegenden Nordrhein-Westfalens ist der Unterschied zum Osten bereits nicht mehr groß. Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Ruhrgebiet, wo die Sozialdemokratie einst hegemonial war. Städte wie Gelsenkirchen, Duisburg, Essen oder Dortmund waren über Jahrzehnte SPD-Hochburgen, heutzutage droht dort die faschistische AfD die stärkste politische Kraft zu werden.

In Gelsenkirchen lag die SPD bei der diesjährigen Bundestagswahl in den Zweitstimmen bereits hinter der AfD. Im Wahlkreis Dortmund II kam sie nur noch auf 24,5 Prozent – ein historischer Tiefstand. Der Niedergang der SPD ist Ausdruck eines Vertrauensverlusts in jenen Milieus, die einst ihre Kernwählerschaft bildeten: Industriearbeiter, Rentner, Menschen in prekären Verhältnissen.

Die AfD hingegen gewinnt in Nordrhein-Westfalen – speziell im Ruhrgebiet – rapide an Zuspruch. Im Wahlkreis Gelsenkirchen gewann die AfD bei der Bundestagswahl mit 24,7 Prozent die meisten Zweitstimmen. In Duisburg II war sie mit 24,8 Prozent, in Essen II mit 22 Prozent der SPD dicht auf den Fersen.

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